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Konflikte übersetzen: Armenien und Nagornyj Karabach

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Konflikte übersetzen: Unübersetzt und Unsichtbar? Armenien und Nagornyj Karabach

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Information: Im Anschluss an die Veranstaltung wird es für Studieninteressierte (BA, MA, Doktorat) ein virtuelles Beratungsgespräch geben. Eine separate Anmeldung ist nicht notwendig.

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Arevik Ashkharoyan (ARI Literary and Talent Agency) und

Friedrich Schmidt (FAZ Auslandskorrespondent)

im Gespräch mit Susanna Yeghoyan (Universität Graz)

In diesem Gespräch werden wir ausgehend aus Erklärungen zur historischen und transnationalen Verwobenheit dieses Konflikts* auf Dimensionen der transkulturellen Kommunikation und Übersetzung eingehen. Die journalistische Arbeit als Übersetzung wird ebenso thematisiert, wie die Übersetzung als essentieller Teil der Recherche eines Auslandskorrespondenten. Eine weitere Form der Übersetzung des Konflikts wird anhand der Erfahrungen zur literarischen Übersetzung aus der Sicht der ersten Literatur- und Talentagentur Armeniens in den Mittelpunkt gerückt.

*Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 eskalierte der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach (auch Nagornyj Karabach oder Arzach genannt) zu einem Krieg. 1991 erklärte sich die international bis heute nicht anerkannte Republik Arzach für unabhängig und gewann 1994 mit armenischer Unterstützung den Krieg gegen Aserbaidschan. Im Juli 2020 begannen an der armenisch-aserbaidschanischen Staatsgrenze erneut Kämpfe, welche im September 2020 an der Waffenstillstandslinie zwischen Aserbaidschan und der Republik Arzach nach einer aserbaidschanischen Offensive (mit türkischer Unterstützung) zu einem offenen Krieg eskalierten. Die Kampfhandlungen wurden am 10. November nach einer von Russland vermittelten Einigung zwischen den Konfliktparteien beendet. Durch dieses zwischen Armenien, Aserbaidschan und Russland erzielte Abkommen verlor Arzach zwei Drittel seines Gebiets an Aserbaidschan. Russische Friedenstruppen sollen nun für mindestens fünf Jahre die Einhaltung der Waffenruhe in der Region überwachen.

Arevik Ashkharonyan ist Gründerin und Chefin der Non-Profit-Organisation ARI, der ersten Literatur- und Talentagentur Armeniens

Friedrich Schmidt ist seit Januar 2014 politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Russland, Belarus, den Kaukasus und Zentralasien mit Sitz in Moskau.

Susanna Yeghoyan ist Senior Lecturer für die russische Sprache am Institut für Translationswissenschaft der Universität Graz und Übersetzerin und Dolmetscherin.

Photo Credits: "Shusha" by Marco Fieber | ostblog.org is licensed with CC BY-NC-ND 2.0.

Konflikte übersetzen

Diese Veranstaltung ist Teil der Gesprächsreihe Konflikte übersetzen des Instituts für Translationswissenschaft der Universität Graz. Die Gesprächsreihe widmet sich in diesem Semester vier Schauplätzen, die in den letzten Jahren wiederholt, aber meist nur selektiv, Aufmerksamkeit in der lokalen Berichterstattung erhalten haben.

Konflikte übersetzen bedeutet einerseits, eine tieferes Verständnis eines Konflikts zu vermitteln. Dabei werden sowohl verschiedene Seiten eines Konflikts beleuchtet, historische Kontextualisierungen einer aktuellen Situation vorgenommen, konkrete konfliktbezogene, politische, individuelle oder kollektive Handlungen interpretiert, aber auch Äußerungen und jegliche anderen Form konfliktbezogener Positionierung herausgearbeitet. Andererseits finden in Konflikten mannigfaltige übersetzerische Handlungen statt. So wird gemeinhin zwischen Konfliktparteien übersetzt, Aktivist:innen vernetzen sich in transnationalen Räumen mit Hilfe von Übersetzung im virtuellen Raum, die massenmediale Berichterstattung nimmt selektive Übersetzungen einzelner Aussagen und vor Ort geäußerter Interpretationen vor. Translation kann außerdem als Antwort auf Konflikte entstehen, etwa durch übersetzte literarische Werke, Filme oder Musik.

Kontakt: Rafael Schögler, Universität Graz

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